Welpe zieht ein, schaut noch verunsichert. Frau kniet daneben

Welpe zieht ein: So gelingen die ersten Tage im neuen Zuhause

Wenn dein Welpe einzieht, verändert sich nicht nur dein Alltag. Für deinen Welpen verändert sich innerhalb weniger Stunden fast seine gesamte bisher vertraute Welt.

Andere Menschen, neue Gerüche, unbekannte Geräusche, ein neuer Schlafplatz und die Trennung von seiner bisherigen Umgebung müssen zunächst verarbeitet werden.

Deshalb sollte dein Ziel für die ersten Tage mit deinem Welpen nicht möglichst viel Training sein.

Wichtiger sind Sicherheit, Orientierung und Ruhe.

Kurz gesagt

Bereite dein Zuhause welpensicher vor, halte den ersten Tag bewusst ruhig und gib deinem Welpen feste Orientierungspunkte wie Ruheplatz, Wasser und Löseplatz. Kommandos können warten – gute Alltagsgewohnheiten beginnen trotzdem vom ersten Tag an.

Vor dem Einzug: Das Zuhause welpensicher vorbereiten

Viele typische Startprobleme kannst du vermeiden, bevor dein Welpe überhaupt die Wohnung betritt.

Kabel, Medikamente, Reinigungsmittel, giftige Pflanzen und kleine verschluckbare Gegenstände gehören außer Reichweite.

Auch Schuhe oder andere interessante Kauobjekte sollten zunächst nicht überall herumliegen.

Je besser die Umgebung vorbereitet ist, desto seltener musst du deinen Welpen ständig korrigieren.

Richte einen festen Ruheplatz ein

Dein Welpe braucht einen Ort, an dem wenig passiert.

Das kann ein Hundebett, eine Decke oder eine positiv aufgebaute Box sein.

Der Ruheplatz sollte nicht mitten im größten Durchgangsverkehr liegen, aber auch nicht völlig vom Familienleben abgeschottet sein.

Wichtig ist, dass dein Welpe dort tatsächlich entspannen darf.

Der erste Tag mit Welpe: Weniger Programm ist mehr

Natürlich möchten Familienmitglieder, Freunde und vielleicht auch Nachbarn den neuen Welpen sofort kennenlernen.

Trotzdem ist Zurückhaltung am ersten Tag meistens sinnvoll.

Zeige deinem Welpen zunächst nur die wichtigsten Bereiche:

seinen Ruheplatz, Wasser, den Löseplatz und die Räume, die er vorerst nutzen darf.

Lass ihn selbstständig erkunden.

Er muss nicht am ersten Nachmittag bereits mehrere Besucher, fremde Hunde, Straßenverkehr und einen Ausflug ins Einkaufszentrum erleben.

Ruhe gehört ebenfalls zum Lernen

Welpen lernen nicht nur bei geplanten Übungen.

Sie lernen auch:

wo sie schlafen können, welche Geräusche normal sind, wo Wasser steht und wie Menschen im neuen Zuhause reagieren.

Deshalb musst du nicht jede Wachphase mit einer Aktivität füllen.

Ein Welpe, der auch Ruhe kennenlernt, bekommt eine wichtige Grundlage für den späteren Alltag.

Die erste Nacht mit Welpe: Ruhe und Orientierung geben

Die erste Nacht mit einem Welpen kann unruhiger verlaufen als spätere Nächte.

Das ist nicht überraschend. Seine bisherige Schlafsituation hat sich gerade vollständig verändert.

Ein Schlafplatz zunächst in deiner Nähe kann dir außerdem helfen zu bemerken, wenn dein Welpe nachts hinausmuss.

Wird er unruhig, gehe ruhig mit ihm zum Löseplatz.

Danach geht es wieder zurück zum Schlafen.

Aus der nächtlichen Löserunde sollte keine zusätzliche Spielstunde werden.

Welche Erziehung beginnt am ersten Tag?

Du brauchst noch keine umfangreiche Kommandoliste.

Einige Grundlagen entstehen ohnehin sofort im Alltag.

Der Name deines Welpen

Sage seinen Namen freundlich.

Orientiert er sich zu dir, kannst du ihn bestätigen.

So lernt dein Welpe, dass sein Name etwas Positives ankündigt und Aufmerksamkeit sich lohnt.

Erwünschtes Verhalten wahrnehmen

Liegt dein Welpe entspannt auf seiner Decke? Kaut er auf seinem eigenen Spielzeug? Kommt er freiwillig zu dir?

Genau solche Momente sind wertvoll.

Statt nur unerwünschtes Verhalten zu korrigieren, lohnt es sich, gutes Verhalten bewusst zu bestätigen.

Familienregeln möglichst einheitlich halten

Darf der Hund später auf das Sofa?

Welche Räume bleiben geschlossen?

Wer übernimmt die Löserunden?

Je einheitlicher die Antworten darauf sind, desto einfacher wird der Alltag für deinen Welpen.

Stubenreinheit beginnt ebenfalls sofort

Nach Schlafen, Fressen und aktiveren Spielphasen solltest du deinem Welpen Gelegenheit geben, sich draußen zu lösen.

Klappt es dort, bestätige ihn direkt.

Passiert drinnen ein Missgeschick, reinige die Stelle und überprüfe deinen Ablauf.

Nachträgliches Schimpfen hilft deinem Welpen nicht zu verstehen, wo er sich stattdessen lösen soll.

Wenn du das Thema vertiefen möchtest, lies anschließend auch den Beitrag „Welpen stubenrein bekommen: So baust du eine zuverlässige Routine auf“.

Drei typische Fehler in den ersten Tagen

Der erste Fehler ist zu viel Besuch. Dein Welpe hat auch später noch genügend Gelegenheit, Menschen kennenzulernen.

Der zweite Fehler ist zu viel Training. Fünf neue Signale am ersten Abend schaffen keinen nachhaltigen Vorsprung.

Der dritte Fehler ist zu viel Freiheit. Ein Welpe, der sofort unbeaufsichtigt die komplette Wohnung erkundet, bekommt besonders viele Gelegenheiten für Missverständnisse.

Ein kleinerer, gut vorbereiteter Bereich ist am Anfang oft einfacher.

Fazit: Der Start muss nicht perfekt sein

Die ersten Tage entscheiden nicht darüber, ob dein Hund später perfekt erzogen sein wird.

Aber sie können ihm zeigen, dass sein neues Zuhause sicher und vorhersehbar ist.

Eine vorbereitete Umgebung, klare Regeln, ausreichend Ruhe und ein ruhiger Tagesablauf helfen deinem Welpen wesentlich mehr als ein voller Terminkalender.

Dein nächster Schritt

Gerade vor dem Einzug ist unsere kostenlose Welpen-Erstausstattungs-Liste – Was du wirklich brauchst (und was nicht) besonders hilfreich. Sie zeigt dir, was tatsächlich bereitstehen sollte und wie du dein Zuhause für den ersten Tag vorbereitest.

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